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Kongomüller

 

Nach zahlreichen Kriegseinsätzen findet Major Müller keinen Weg zurück in das zivile Leben.
Seinem Mitteilungsdrang folgend, sucht der Major Zuhörer und Zuspruch. Beides findet er nicht.
Die wiederholte monologische Erinnerung eigener Heldentaten bestimmt stattdessen seine Gegenwart – mit allen Konsequenzen.

Grundlage dieses 30 minütigen Kurzfilmes bilden die Aussagen des Söldners Siegfried Müller
in dem Dokumentarfilm “Der lachende Mann – Bekenntnisse eines Mörders”
(Walter Heynowski und Gerhard Scheumann, DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme, 1966),
sowie Aufzeichnungen aus der deutschen Kolonialzeit in Afrika.

Gedreht wurde 4 Tage im kleinen Team, ohne Budget, ohne Ankündigung, ohne Absperrung
und ohne künstlichem Licht auf der Canon EOS 5D Mark 2.
Drehorte waren u.a. die Fußgängerzone von Garmisch – Partenkirchen, das Missionarsmuseum des Klosters St.Ottilien  und die Schankstube der Brauerei Andechs im Kloster Andechs.

Angestoßen wurde das Projekt vom Schauspieler Olaf Rauschenbach.
Er befreite die Textvorlage vom ideologischen Ballast des Kalten Krieges.
Rauschenbachs Major fügt sich ein in die Gesellschaft, seine Worte und das Missionarsmuseum bilden keinen Widerspruch
und im Biergarten trifft er auf Männer, die seinen „echten“ Kongomüller noch vom Kameradschaftstreffen kannten (nicht im Film zu sehen).
Er gehört dazu. Er fällt nicht weiter auf. Ein Schläfer. Ein lebender Psychopath aus einer vergessenen Zeit

Ein intensiver Diskussionsbeitrag zur nötigen öffentlichen Debatte über die Folgen von Militäreinsätzen.
Kurzspielfilm
Deutschland 2013
Länge: 30 Minuten
16:9, Farbe, Stereo

Kongomüller: Olaf Rauschenbach
Nackte Frau: Ninon Hensel
Kamera: Fabian Exter
Kameraassistenz: Niklas Jörges
Ton: Fabian Hild
Maske: Laura Bertoldi
Regie / Idee und Buch: Olaf Rauschenbach

Produktion: Olaf Rauschenbach / Fabian Exter